Unsere G’schicht

Für alle Nostalgiker und Liebhaber der bayrischen Sprache finden Sie nachfolgend noch die bewegte Geschichte von Conny’s Schreibwarenladen:

Seit über 45 Jahr hod d’Conny den Lod’n jetz’!

Wir schreib’n des Jahr 1967. Fünfzehn Jahr war’s grod oid, wia’s im Atelier “Jean” am Kaiserplatz den Besitzer vom ersten Lod’n – an Karl – kennaglernt hod. Weil der junge, nette Madl’n mög’n hat, is d’Conny bei eam eing’stellt word’n. Sie war zuständig für d’Lottoabrechnung, was damals no a recht aufwendige und zeitraubende G’schicht war. Wia dann der Karl gstorb’n is, hat sich d’Conny um den Lod’n beworben. Des war am Faschingsdienstag 1974 und do fangt dann de Gaudi o.

Dem Vermieter hod’s g’sogt, daß koa Geld hod, aber daß den Preis für des G’schäft abarbeit’n könnt. Also: Übernahme am 1. April (!) 1974! Des junge Mad’l war stolz und glücklich. Bloß manchmoi, im Sommer, wenn’s recht hoaß war, dann hod’s im Lod’n recht nach Fisch g’stunga, weil früher amoi a Fischg’schäft in dem Raum war. 1979, wias dann endlich des G’schäft abg’stottert hod, is des Haus “Luxussaniert” worn und die Miete um’s sechsfache g’stieg’n. Fui z’ fui Geld für a junge Unternehmerin. Also: Ausziag’n!

Da Nachbar von gegenüber hod’s dann in seiner neu gegründeten “Schwabinger Bücherstube” für a halb’s Jahr beherbergt. Glück g’habt! Neben dem ersten Lod’n hod dann 1980 da Drogeriemarkt “Krause” aufg’macht. Do drin hod d’Conny dann a kloane Eck’n für 2000.- Markl monatlich g’mietet. Nach ‘na Zeit, auf amoi, hom’s vor dem kloan Tresen Windelberge aufbaut, bis d’Conny mit ihren Sach dahinter verschwunden is. Da Grund: Besitzer Krause war pleite!

Da Krause hod Glück und verkauft des G’schäft 1981 samt Conny an einen Herrn Graf von Schönborn und Ritter von (wos woas i), der darin die G’schenk-Boutique “Ei-Ei” eröffnet und d’Conny ins hinterste Eck verbannt – mit ihre Zeitungen und Zigarren. Nach ‘ner Weile wer’n vor ihrem kloanen Tresen de Korbwarenberge immer höher, bis sie wieder dahinter verschwunden is. Da Grund: Da Herr Graf und Ritter war pleite!

Des war 1982. Zu dera Zeit hom’s des Haus neben dem Pleite-Lod’n grad “Luxussaniert” – in dem war und is heut no die Hohenzollern-Apotheke. Da Inhaber von derer Apothek’n, da Herr Bergschneider hod da Conny dann die Möglichkeit geb’n, an kloana Nebenraum zu mieten, wenn’s mit’m sanier’n fertig san. Das hätt ungefähr ein Jahr dauern soll’n. Für diese kurze (?) Übergangszeit hat sich die Conny dann an alt’n Bauwagen b’sorgt, den sie vor der Commerzbank hat hinstellen dürfen. Aus dem oan Jahr san dann aber leider zwoa worn, mit de zwoa härtesten und kältesten Winter an die ma sich erinnern kann.

Da Conny ihr Vater – zu dem alle “Opi” sog’n – hod Schnee g’schaufelt wie a Knecht, damit da Verkauf weider geh hod kenna. Und überhaupt’s war ohne Opi des oiss garnet ganga! 1984, nach zwoa harte Jahr mit frier’n, Schnee, Eis und Matsch, beschloß die Stadt München, in der Hohenzollernstraß d’Kanäle zum saniern. Soll hoaß’n: Der Bauwog’n muaß weg! Gott sei Dank war grod zu dera Zeit der vordere Teil vom neuen Lod’n im Apotheken-Haus soweit saniert, daß d’Conny provisorisch (wie immer) hod eiziang kenna. Im hinteren Teil vom Lod’n war’n d’Maurer no ned fertig und so war do a Loch in da Mauer, wos da Conny aber koaner g’sogt hod. Durch des Loch hom dann böse Diebe zwoa moi den Lod’n ausg’rammt.

1986 war’n de G’schäftsräume endlich fertig. Und d’Conny a! Die Kund’n hom den kloaner Lod’n mög’n, weils immer ois kriagt hom was braucht hom. Und wos ned vorrätig war hod d’Conny schnellstens b’sorgt. Auf die Dauer iss dann fui z’ eng worn und desweg’n iss dann im September 2001 no amoi umzog’n. Nach gegenüber in’s heutige G’schäft in da Hohenzollernstraß 21.

Anmerkung und Danksagung: Während all dieser Umzüge, die immer von Samstag Mittag bis Montag Früh stattfanden, war dank der Mithilfe vieler Freunde und aller Familienmitglieder der Laden nicht einen Tag geschlossen!